Pressemitteilung von Seaports of Niedersachsen
Seehäfen in Niedersachsen schließen erstes Halbjahr mit Umschlagsplus ab
Gesamtumschlag steigt um 7 % auf 31,1 Millionen Tonnen im Seeverkehr
Oldenburg, 13. August 2026 | Niedersachsens Hafenwirtschaft ist weiterhin auf Wachstumskurs, auch wenn die Marktlage insgesamt herausfordernd ist und nicht zuletzt auch der Wintereinbruch die Umschlagsprozesse zu Jahresbeginn erschwert hatte. Treiber der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr ist der gesteigerte Umschlag von Stückgütern und Containern, was mittlerweile rund ein Drittel des gesamten Umschlagsvolumens der niedersächsischen Seehäfen ausmacht. Der Massengüterumschlag zeigt sich marktbedingt leicht rückläufig im ersten Halbjahr.
Mit 31,1 Millionen Tonnen verzeichnet die Gruppe der neun niedersächsischen Seehäfen einen Zuwachs von 7 % im ersten Halbjahr 2026 im seeseitigen Güterumschlag (29,1 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Beim Containerumschlag ergibt sich mit 898.211 TEU ein Plus von 36 % (664.685 TEU im ersten Halbjahr 2025). Insgesamt wurden von Januar bis Juni mehr als 12 Millionen Tonnen Stückgüter, zu denen neben Containern auch Windenergiekomponenten, Eisen, Stahl, Forstprodukte und rollende Ladung gehören, in Niedersachsens Seehäfen umgeschlagen, was einem Zuwachs von 25 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht (9,6 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Der Umschlag von Massengütern belief sich auf rund 19,1 Millionen Tonnen und liegt damit knapp 2% unter dem Vorjahresergebnis (19,5 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Das Umschlagsvolumen von Neufahrzeugen in den drei niedersächsischen Automobil- Umschlagshäfen bewegt sich mit insgesamt 842.411 Einheiten auf Vorjahresniveau.
„Insgesamt können wir zur Jahresmitte ein positives Fazit zur Entwicklung des Ladungsaufkommens in den niedersächsischen Seehäfen ziehen. Nicht zuletzt zeugt dieses von hoher Kundenzufriedenheit, die unsere Hafenwirtschaft durch ein gutes Angebot und flexible Services erreichen konnte. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Märkte weiterhin unter Druck sind. Während die Umschlagsvolumen von Containern, Komponenten im Bereich der Erneuerbaren Energien und auch bestimmten Massengütern deutlich gewachsen sind, wirken sich bei anderen Gütergruppen Zollbeschränkungen, Veränderungen von Warenströmen aufgrund hoher Energiekosten sowie eine überbordende Regulatorik aus. Nicht zuletzt beeinflusst weiterhin auch die geopolitische Lage die weltweiten Märkte“, kommentiert Inke Onnen-Lübben, Geschäftsführerin der Seaports of Niedersachsen GmbH die aktuellen Umschlagszahlen.
Brake
Der Seehafen Brake verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein Umschlagsvolumen von knapp 2,45 Millionen Tonnen im Seegüterverkehr (- 12 % / 2,8 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Deutlich positiv zeigte sich die Entwicklung des Seehafens im Bereich des Umschlags von Windenergiekomponenten. Einen Umschlagsrückgang gab es bei Getreide und Futtermitteln infolge der Unsicherheiten und letztlichen Verschiebung der EUDR-Richtlinie, wodurch hohe Lagerbestände gebildet wurden, mit denen der Handel momentan seine Kontrakte bedient. Die Zollpolitik der USA hat weiterhin unmittelbare Auswirkungen auf den Export von Eisen und Stahl sowie Holz.
Cuxhaven
In Cuxhaven wurden im ersten Halbjahr 2026 mit 1,3 Millionen Tonnen rund 32 % weniger Güter im Seeverkehr umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum (1,8 Millionen Tonnen). Hier kommt im Wesentlichen ein Sondereffekt zum Tragen: Große Baumaßnahmen am Standort in 2025 führten zu einem projektbedingten Anstieg beim Umschlag von Baustoffen, die im laufenden Jahr fehlen. Der Umschlag von Stückgütern und hier insbesondere von Komponenten der Windenergieerzeugung entwickelte sich deutlich positiv. Mit 185.508 Neufahrzeugen liegt das Volumen des Automobilumschlags im ersten Halbjahr 2026 unter dem Ergebnis aus dem Vorjahr, dies u.a. durch witterungsbedingte Einschränkungen zu Jahresbeginn.
Emden
Der Emder Hafen liegt mit einem seeseitigen Umschlagsvolumen von etwa 2,3 Millionen Tonnen um knapp 5 % unter dem Ergebnis des Vorjahres (2,4 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Eine starke Entwicklung beim Umschlag von Windenergieanlagen und steigende Umschlagszahlen bei flüssigen Massengütern konnten Rückgänge z.B. beim Umschlag fester Massengüter wie Baustoffen nicht gänzlich kompensieren. Der Automobilumschlag liegt mit über 589.000 Neufahrzeugen im ersten Halbjahr 2026 knapp unter Vorjahresniveau. Während die Fahrzeugimporte gesteigert werden konnten, gingen die Exporte, insbesondere mit Blick auf das USA-Geschäft, leicht zurück.
Leer
Im Hafen Leer wurden im ersten Halbjahr 2026 im kombinierten See- und Binnenschiffsverkehr rund 107.000 Tonnen Güter umgeschlagen, was einem Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht (93.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Umschlagsgüter in Leer sind vor allem Baustoffe, Futtermittel sowie Eisen und Stahl.
Nordenham
In Nordenham beläuft sich der seeseitige Güterumschlag im ersten Halbjahr 2026 auf rund 0,9 Millionen Tonnen (- 11 % / 1 Million Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Während das Umschlagsvolumen bei Massengütern wie Baustoffen gesteigert werden konnte, war der Umschlag von Kohle und revisionsbedingt auch von Flüssiggütern rückläufig. Laufende Projektumschläge im Bereich der Kabellogistik sorgten im ersten Halbjahr 2026 aber für eine gute Auslastung und Wertschöpfung am Hafen.
Oldenburg
Durch den laufenden Neubau der Eisenbahnbrücke in Elsfleth, der bis Ende 2027 fertiggestellt sein soll, ist der Hafen Oldenburg weiterhin nicht mit Seeschiffen erreichbar. Daher gab es kein seewärtiges Umschlagsvolumen im ersten Halbjahr 2026. Der Gesamtumschlag im Binnenschiffsverkehr ist mit 378.743 Tonnen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen (+ 2 % / 371.708 Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Darüber hinaus wurden 156.557 Tonnen Güter per Bahn angeliefert, um die Versorgung der Hafenkunden verlässlich zu gewährleisten.
Papenburg
Papenburg erzielt im ersten Halbjahr 2026 mit 335.025 Tonnen im Seeverkehr ein Umschlagswachstum von rund 3 % im Vergleich zum Vorjahr (324.470 Tonnen im ersten Halbjahr 2025). Zuwächse konnten hier vor allem beim Umschlag fester Massengüter verzeichnet werden, der Stückgüterumschlag bewegt sich auf Vorjahresniveau. Auch die u.a. für die Versorgung ansässiger Industrien bedeutsamen Binnenschiffsverkehre waren stärker nachgefragt, mit 125.210 Tonnen stiegen die Mengen von Gütern, die per Binnenschiff angeliefert oder abtransportiert wurden, um 10 % (114.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2025).
Stade
Mit insgesamt rund 3,2 Millionen Tonnen Seegüterumschlagsvolumen im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete der Seehafen Stade ein Umschlagsplus von 24% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (2,6 Millionen Tonnen). Zugrunde liegen hier Zuwächse bei Massengütern wegen einer höheren Nachfrage der ansässigen Industrien, als auch ein vermehrter Umschlag von Stückgütern und Projektladung.
Wilhelmshaven
In Wilhelmshaven wurden von Januar bis Juni 2026 mit rund 20,6 Millionen Tonnen rund 14 % mehr Güter umgeschlagen als im ersten Halbjahr 2025 (18 Millionen Tonnen). Der Umschlag von Containern belief sich auf mehr als 898.000 TEU, was einem Plus von 36% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch der Automobilumschlag konnte mit knapp 68.000 Neufahrzeugen im ersten Halbjahr 2026 weiter ausgebaut werden. Während der Umschlag von Rohöl und Mineralölprodukten rückläufig ist, stiegen die Importe von Kohle und Baustoffen weiter an.
Hinweis: Die genannten Prozentwerte beruhen auf den exakten Ergebnissen. Durch Rundung der Zahlen im Text können Prozentwerte z.T. leicht abweichen.
Kontakt:
Seaports of Niedersachsen GmbH Hindenburgstraße 28
26122 Oldenburg
Tel.: +49 (0)441 361888-82 Zentrale: +49 (0)441 361888-88 www.seaports.de
Über Seaports of Niedersachsen:
Die Seaports of Niedersachsen GmbH (Seaports) repräsentiert die neun niedersächsischen Seehäfen mit ihren zahlreichen Hafenumschlagsunternehmen, überregional aktiven Logistiknetzwerken und Spezialisten für Logistikdienstleistungen aller Art. Als Hafenmarketinggesellschaft kommuniziert Seaports die vielfältigen Leistungen der niedersächsischen Seehafenstandorte auf dem Weltmarkt und schafft Plattformen für die Vernetzung der Hafenwirtschaft mit ihren Kunden, um sich erfolgreich im internationalen Wettbewerb zu positionieren.

